Landschaft  wird mehr und mehr von Strassen und Gewerbegebieten aufgefressen. Das seit Jahrzehnten fortschreitende Artensterben ist inzwischen unübersehbar und deprimiert nicht nur mich mehr und mehr. Als junger Mensch habe ich daran geglaubt, wenn man nur die richtigen Maßnahmen trifft wird, wird man die Vielfalt in der Natur nicht nur erhalten, sondern verbessern können.

Das war eine naive, vielleicht sogar dumme, Vorstellung. Unser Wohlstand basiert auf der gnadenlosen Ausbeutung der natürlichen Lebensgrundlagen. Wenn ein Stück Land nichts mehr hergibt, lässt man es liegen, vernachlässigt es oder nutzt es als Schutt- und Abfalldeponie.

 

So ist das zur Zeit auch in Maulbronn, der Weltkulturerbestadt, geplant.  Da soll, eingezwängt zwischen dem Naturschutzgebiet Roßweiher , einem uralten Fischweiher der Zisterzienser, und der Wohnbebauung, eine Bauschuttdeponie eingerichtet werden. Dies obwohl in 1,5 km vom Ort entfernt schon seit 1973 die Kreismülldeponie am Hamberg betrieben wird. Diese soll nun ein weiteres mal um 3 ha vergrößert werden, weil die 2010 geschaffenen Kapazitäten von rund 800000 Tonnen binnen 12 Jahren zu 80% mit auswärtigem Abfall verfüllt wurden.  Ein weiteres Stück Wald wird geopfert, darin unersetzliche, einmalige Wassergräben der Zisterzienser, als Teil de Unesco Welterbe geschützten Landschaft um Maulbronn. Aber auch ein Restvorkommen  eines FFH geschützten Mooses gibt es dort und viele andere Pflanzen- und Tierarten werden ihren Lebensraum auf Dauer verlieren. 

Das alles reicht aber nicht. Landwirtschaftliche Wege, die auch als beliebte Wander- und Spazierwege genutzt werden, unmittelbar am NSG Roßweiher, müssen  für die neue, zweite Deponie direkt am Ortsrand für Schwerlastverkehr ausgebaut werden. Verkehrslärm, der 120 000 PKW Vorbeifahrten pro Jahr entspricht, soll zusätzlich zur schon vorhandene Belastung in die Landschaft gebracht werden. 

Alle Verpflichtungen, Planungen zum Biotopverbund und Landschaftsrahmenplanung inklusive regionalem Grünzug und Bekenntnis zum UNESCO Schutz gelten nichts,  es geht ja schließlich um Millionen.  Dazu kommt ein Bürgermeister, der Abfalldeponien im Weltkulturerbe als das Beste bezeichnet, was der Stadt passieren kann, denn es gibt ja auch einen Batzen Geld für die Stadt.

Kein Singvogel sche..ßt in sein eigenes Nest, aber der Homo Sapiens glaubt, wenn es technisch machbar ist und schnelles, großes Geld gibt, ist das eine Supersache. So wird, wenn es nicht gelingt, diesen Unsinn noch zu stoppen, ein weiteres Mal ein ortsnahes Stück Kulturlandschaft zum Wegwerfprodukt auf Dauer degradiert. Auf dem mit Sicherheitsgarantie für 30-40 Jahre eingesargten Schutt wird nur noch Krüppelbewuchs erlaubt sein.  In der Fachsprache heißt das "ökologisch wertvoller Magerrasen". 

Der Gemeinderat der Stadt Maulbronn übt sich seit Ende 2019 eifrig in Nichtzuständigkeit. Kritik an diesem seltsamen Verhalten oder gar die Aufzählung der Chronologie von nicht-öffentlichen Absprachen und Beschlüssen im sauber verfilzten Netzwerk von Unternehmensvertretern und Verwaltungen von Kreis und Stadt werden im Zweifel als Beleidigung aufgefasst.  Empathie für die unmittelbar gebeutelten Anwohner ist ein Luxus, den man sich in Maulbronn logischerweise keinesfalls erlauben möchte.

(Flyer : Keine DK1 im Steinbruch Lauster).

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auf dieser Webseite finden Sie Zeichnungen und farbige Bilder, die ich etwa seit dem Jahr 2000 angefertigt habe.

Meine bildnerischen und naturkundlichen Studien stehen in der Tradition oder vielleicht besser gesagt in der Nachfolge des Dilettantismus des 18. und 19.Jahrhunderts, in der Übergangszeit von der Aufklärung zur Romantik und dem Klassizismus. In der sogenannten Sattelzeit von 1750 bis 1850 war das Zeichnen fester Bestandteil der Ausbildung des Bildungsbürgers zusammen mit der Begeisterung für die neuesten naturwissenschaftlichen und technischen Entwicklungen. Bahnbrechende, abenteuerlichen Entdeckungsreisen fanden in diesen Zeiten statt.

 

Zur Zeit arbeite ich überwiegend an einem Projekt über malerische Buchenstämme in den Maulbronner Waldungen. Schon William Gilpin, ein englischer Pfarrer (4. Juni 1724 in Carlisle; † 5. April 1804 in Boldre), hat die malerischen Qualitäten von Bäumen beeindruckend detailliert beschrieben und in seinem Buch "Remarks on forest scenery, and other woodland views" verewigt. Seine Auflistung malerischer Merkmale alter, gebrechlicher Baumveteranen kann man nahe zu 1:1 neben heutige forstfachliche Beschreibungen von Habtitatbäumen mit ihren Mikrohabitaten in Beziehung setzen.

 

Zwischen Kunst und Naturkunde und -wissenschaft gab und gibt es interessante Schnittmengen. Das ist der Bereich in dem ich mich seit einiger Zeit bewege. Diese Webseite ist Archiv und gleichzeitig Work in Progress, wie man heute sagen würde, d.h. es wird immer wieder neues (aber auch älteres bisher nicht gezeigtes) hier zu sehen sein. Ich lade Sie daher ein, gelegentlich wieder einmal zu stöbern.